Warum dieser Termin über das meiste Geld entscheidet
Bei einem kleinen Umzug liegt die Kaution häufig deutlich über dem, was der Umzug selbst kostet. Wer bei der Rückgabe unvorbereitet ist, verliert dort schnell mehr, als das gesamte Umzugsunternehmen kostet. Deshalb steht diese Seite auf einer Site über günstige Umzüge.
Der Termin selbst dauert oft nur zwanzig Minuten. In diesen zwanzig Minuten wird festgehalten, in welchem Zustand die Wohnung übergeben wurde, und dieses Papier ist später die Grundlage für alles Weitere. Was dort nicht steht, lässt sich hinterher nur schwer klären, in beide Richtungen.
Ein Hinweis vorweg, der ernst gemeint ist: Was hier steht, ist eine Orientierung aus der Praxis von Umzügen und keine Rechtsberatung. Was in Ihrem Mietvertrag steht, geht dieser Seite vor. Bei Streit über Renovierung, Schäden oder Einbehalte fragen Sie eine Stelle, die dazu beraten darf, etwa einen Mieterverein oder eine Anwaltskanzlei.
Das Übergabeprotokoll
Bestehen Sie auf einem schriftlichen Protokoll, auch wenn die Vermieterseite es für unnötig hält. Es schützt beide Seiten. Beide unterschreiben, jede Seite bekommt ein Exemplar, und Sie fotografieren Ihres direkt am Termin ab, damit es nicht verloren geht.
Ins Protokoll gehören der Zustand der Räume, alle Zählerstände, die Zahl der übergebenen Schlüssel und ausdrücklich auch das, was aus Ihrer Sicht in Ordnung ist. Wenn ein Mangel vermerkt wird, den Sie anders sehen, lassen Sie Ihre Sicht danebenschreiben, bevor Sie unterschreiben. Unterschreiben Sie nichts, das Sie nicht gelesen haben.
Machen Sie zusätzlich eigene Fotos von jedem Raum, den Böden, den Fenstern und den Bädern, am besten mit sichtbarem Datum. In der Regel entstehen Streitfragen erst Wochen später, und dann ist der eigene Bildbestand das Einzige, worauf Sie sich stützen können.
Zählerstände und Schlüssel
Zählerstände sind der Punkt, der am häufigsten vergessen wird und am leichtesten zu erledigen ist. Notieren Sie Strom, Gas und, falls vorhanden, Wasser und Wärmemengenzähler, jeweils mit Zählernummer, und fotografieren Sie jedes Display. Dasselbe machen Sie beim Einzug in der neuen Wohnung.
Bei den Schlüsseln zählt die Zahl, nicht das Gefühl. Halten Sie im Protokoll fest, wie viele Wohnungsschlüssel, Haustürschlüssel, Briefkasten- und Kellerschlüssel Sie übergeben. Fehlende Schlüssel sind ein häufiger Grund für Einbehalte, und Nachschlüssel, die Sie selbst haben anfertigen lassen, gehören ebenfalls dazu.
Wenn Sie Untermieterinnen oder Mitbewohner hatten, sammeln Sie deren Schlüssel rechtzeitig ein. Das klingt selbstverständlich, ist aber bei WG-Auflösungen der Klassiker: Am Übergabetag fehlt ein Schlüssel, und niemand weiß, wer ihn hat.
Besenrein, Bohrlöcher und Spuren
Besenrein bedeutet in der Regel: leer geräumt, ausgekehrt, grober Schmutz entfernt. Es bedeutet nicht frisch gestrichen und nicht grundgereinigt. Was Ihr Vertrag darüber hinaus verlangt, steht im Vertrag, und dorthin schauen Sie vor dem Termin.
Bohrlöcher sind der häufigste Streitpunkt beim Auszug. Üblich ist, sie zu verschließen und die Stelle anzugleichen, wenn eine übliche Zahl überschritten wurde. Was üblich ist, hängt vom Einzelfall ab, und genau deshalb lohnt es sich, das Thema vor dem Termin anzusprechen statt währenddessen.
Gebrauchsspuren sind etwas anderes als Schäden. Abgelaufener Boden, leichte Druckstellen von Möbeln und vergilbte Stellen hinter Schränken entstehen durch normales Wohnen. Ein Loch in der Tür, ein Brandfleck im Boden oder ein gesprungenes Waschbecken nicht. Diese Trennlinie ist im Zweifel der Kern jeder Diskussion, und wo sie genau verläuft, klärt im Streitfall nicht der Umzugsbetrieb, sondern eine Stelle mit Rechtsberatung.
Was Sie in der Woche vor dem Termin erledigen
Wenn diese Punkte abgehakt sind, ist der Termin selbst eine Formsache.
- Mietvertrag lesen und markieren, was zum Zustand bei Rückgabe darin steht. Das ist die Grundlage, alles andere ist Erfahrung.
- Wohnung vollständig leerräumen, auch Keller, Dachboden, Balkon und Abstellraum. Was dort stehen bleibt, wird Ihnen in der Regel zugerechnet.
- Alles entfernen, was Sie angebracht haben: Regale, Lampen, Haken, Aufkleber, Klebehaken im Bad. Wenn eine Lampe im Vertrag vorgesehen ist, hängen Sie eine einfache Fassung wieder auf.
- Bohrlöcher verschließen, wenn das vereinbart oder üblich ist, und die Stellen trocknen lassen. Das braucht mehr Zeit, als man denkt, deshalb nicht am Vorabend.
- Besenrein herrichten: durchfegen, Fenster und Bad reinigen, Kühlschrank abtauen und trocken auswischen.
- Fotos machen, Zählerstände notieren, Schlüssel zählen und das eigene Protokollformular ausdrucken oder herunterladen.
Wenn etwas stehen bleibt oder die Zeit fehlt
Der häufigste Grund für Ärger ist nicht Nachlässigkeit, sondern Zeitmangel. Der Umzug dauert länger als geplant, und am Abend stehen noch ein Sofa, drei Säcke und ein defekter Schrank in der leeren Wohnung. Am nächsten Morgen ist Übergabe.
Das lässt sich einplanen. Was nicht mitkommt, nehmen wir am selben Tag mit: Entsorgung nach Aufwand ab 15 Euro je Stunde, als Entrümpelung ab 39 Euro je Kubikmeter, besenrein übergeben. Die Deponiegebühr wird durchgereicht. Sagen Sie das bei der Anfrage dazu, dann ist der Posten im Angebot und die Zeit dafür eingeplant.
Wenn zwischen Auszug und Einzug Tage liegen, muss der Hausrat irgendwohin. Eine Lagerbox mit 5 Kubikmetern beginnt bei 9 Euro am Tag, 10 Kubikmeter bei 15 Euro, dazu ab 89 Euro je Fahrt für das Bringen und das spätere Zustellen. Damit lässt sich ein Übergabetermin einhalten, auch wenn die neue Wohnung erst später frei wird.