Zwei Stunden sind die kleinste Einheit, und oft die passende
Viele Anbieter verkaufen Tagespauschalen, weil sich damit besser planen lässt. Für einen kleinen Umzug ist das die falsche Verpackung. Wenn ein WG-Zimmer aufgelöst wird, geht es um ein Bett, einen Schrank, einen Schreibtisch und fünfzehn Kisten. Zwei Kräfte laden das in gut einer Stunde ein und in einer weiteren wieder aus, wenn beide Adressen erreichbar sind.
Deshalb ist bei uns die Mindestabnahme zwei Stunden und nicht acht. Was darüber hinausgeht, wird angefangen halbstündlich weitergerechnet, damit für zehn Minuten Überzug nicht gleich eine ganze Stunde auf der Rechnung steht. Die Uhr startet, wenn die Kräfte bei Ihnen an der Tür stehen, und endet, wenn das letzte Stück in der neuen Wohnung abgestellt ist.
Diese Sätze gelten für jeden Termin gleich. Für Eile, für den Monatswechsel oder für einen Umzug mitten in der Ferienzeit kommt nichts obendrauf, weder ins Angebot noch später auf die Rechnung.
Mit Fahrzeug oder ohne: der Unterschied
Ohne Wagen kommen die Kräfte zu Ihnen und tragen, laden und stapeln in ein Fahrzeug, das Sie selbst besorgt haben. Das kostet ab 25 € je Stunde je Kraft und lohnt sich, wenn ein Mietwagen ohnehin schon gebucht ist oder ein Bekannter mit Transporter fährt. Es ist auch die richtige Wahl, wenn gar nichts transportiert wird, sondern nur innerhalb des Hauses umgeräumt oder ein Keller ausgeräumt wird.
Mit Wagen und Fahrer sind es ab 44 € je Stunde für den kleineren Transporter mit zwölf Kubikmetern. Die am häufigsten gebuchte Zusammenstellung ist der größere Wagen mit zwei Kräften ab 48 € je Stunde, weil damit eine Einzimmerwohnung in einer Fuhre passt und niemand zweimal quer durch die Stadt fahren muss.
Für reine Montagearbeit gibt es einen eigenen Satz ab 28 € je Stunde, weil dabei Werkzeug und Erfahrung mit Schrankaufbauten gefragt sind und nicht Tragkraft.
Was zwei Kräfte in zwei Stunden schaffen
Damit Sie die Zeit realistisch schätzen können, hier Erfahrungswerte aus kleinen Umzügen in Berlin. Sie gelten für Wohnungen bis zum zweiten Stock mit einem Stellplatz in der Nähe der Haustür. Ohne Aufzug ab dem vierten Stock rechnen Sie grob mit der Hälfte an zusätzlicher Zeit.
- WG-Zimmer mit Bett, Schrank, Schreibtisch und fünfzehn Kisten: zwei bis drei Stunden
- Einzimmerwohnung möbliert mit rund fünfundzwanzig Kisten: drei bis vier Stunden
- Zwei Zimmer mit Sofa, Küche in Kartons und vierzig Kisten: vier bis sechs Stunden
- Nur eine Waschmaschine aus dem Keller in den dritten Stock: die zwei Stunden Mindestzeit
- Sperriges Einzelstück wie Sofa oder Schrank innerhalb desselben Hauses: zwei Stunden
So halten Sie die Stundenzahl klein
Beim Stundensatz zahlen Sie jede Minute, die im Treppenhaus verloren geht. Der größte Hebel ist das Packen: Alles, was in Kisten gehört, gehört vorher hinein, und zwar in geschlossene Kisten. Lose Sachen in Tüten und Wäschekörben verdoppeln die Zahl der Wege, weil sich nichts stapeln lässt.
Der zweite Hebel ist der Stellplatz. Wer keine Halteverbotszone möchte, kann am Vorabend mit dem eigenen Auto einen Platz vor der Tür besetzen und ihn morgens freimachen. Das ist der ältere Trick unter Berliner Umzügen und kostet nichts.
Der dritte Hebel ist die Reihenfolge. Sagen Sie den Kräften zu Beginn, was zuerst und was zuletzt in den Wagen soll, und kleben Sie an jede Zimmertür der neuen Wohnung ein Blatt mit dem Raumnamen. Dann fragt niemand fünfzig Mal nach.
Wann Sie besser keine Helfer buchen
Bei drei Kisten und einem Regal lohnt sich der Anruf nicht. Auch bei einem Umzug innerhalb desselben Hauses mit lauter kleinen Teilen bringen zwei bezahlte Stunden wenig, wenn Sie ohnehin eine Woche Zeit haben und der Weg zwanzig Meter beträgt.
Sinnvoll wird es, sobald ein einzelnes Stück zu schwer für zwei Ungeübte ist. Waschmaschinen, Kühlschränke, Sofas mit fester Rückwand und Klaviere sind die typischen Fälle, in denen Leute sich beim Selbermachen verletzen oder das Treppenhaus beschädigen. Die Reparatur einer Wohnungstür kostet mehr als zwei Stunden Tragehilfe.